Multikulti im Büro – zwischen Sprachvielfalt und Deadlines

Hamburg. Schanzenviertel. Kolibri-Büro. Im Herzen Hamburgs treten die Kolibri-Mitarbeiter wochentags zum Dienst an. Und genau in dieses bunte Viertel passt Kolibri perfekt herein. Nicht nur, weil wir eine szenige Agentur sind, und alle coolen Agenturen im Schanzenviertel ein Büro suchen. Sondern weil wir so offen, abwechslungsreich und vielfältig sind wie der Stadtteil selbst. Das Kolibri-Büro ist ein Mikrokosmos der globalisierten Welt. Hier versammeln sich Leute unterschiedlichster Herkunft: Um Neues zu entdecken, fremde Kulturen kennenzulernen, sich zu bilden und um Spaß zu haben. Die Mitarbeiter hier stammen aus sechs Nationen, mehr als die Hälfte ist nicht in Deutschland geboren und aufgewachsen. Kolibri Online ist ein dynamisches Unternehmen – aber vor allem auch ein internationales. Diese Internationalität ist ein entscheidender Vorteil im Büroalltag – und sorgt nicht zuletzt für eine Menge Heiterkeit und skurrile Momente.

 

Werfen wir mal einen Blick hinein.

 

7 Uhr: Die ersten fleißigen Kolibris flattern ins Büro – Gleitzeit sei Dank. Noch ist es in den Räumen eher einsam. Durch den langen Flur mit den (noch) weißen Wänden hallen die Schritte. Erster Treffpunkt: Kaffeemaschine. Man muss sich schließlich für den Tag wappnen. Es sind sich alle einig, das schwarze Gold ist unverzichtbar, um erfolgreich in den Tag zu starten.

 

9 Uhr: Inzwischen sind fast alle Mitarbeiter im Büro eingetroffen. Die Begrüßungen geben einen ersten Einblick in die Vielfalt der Sprachen und Kulturen. Insgesamt erinnert die Zeremonie ein bisschen an den Schlager „Servus, Gruezi und Hallo“ von Maria und Margit Hellwig – nur eben internationaler. „Hallo“, „Moin“, „hello“, „¡Hola!“, „Ciao“, „Bonjour“, „Hej!“ und „Привет!“ – Begrüßungen können wir.

Während der russische Kollege im T-Shirt ins Büro kommt („es ist schließlich sibirischer Sommer“), mache ich mir noch schnell mein Kirschkernkissen in der Mikrowelle warm („es ist schließlich tiefster Winter“).

 

9.23 Uhr: Man sagt ja über Dänen, dass sie entspannt und glücklich sind. Das kann ich bestätigen. Vor allem den Punkt mit dem Entspanntsein. Denn nun ist auch die letzte Dänin im Büro eingetroffen. Wie sollte es anders sein, ist sie natürlich auch die, die am nächsten an der Agentur wohnt – das ist wahrscheinlich in allen Nationen dasselbe.

 

10 Uhr: Morgenmeeting. Machen die Deutschen ja angeblich gerne. Und häufig. Versammelt haben sich etwa 10 Mitarbeiter aus einer Abteilung. Und aus 5 Nationen. Während wir die aktuellen Projekte besprechen, kristallisiert sich heraus, dass wir alle an einem Strang ziehen. Wir haben alle das gleiche Ziel: unsere Arbeit gründlich und gut machen und dabei Spaß haben. Der temperamentvolle Optimismus, aber auch die ausgeprägte soziale Ader anderer Kulturen hat die typisch deutschen Grübeleien und das egoistische „ich mach mein Ding“ schon längst vertrieben. Wenn ein Kollege Hilfe braucht, dann bekommt er die auch. Da fassen dann alle mit an. Ich behaupte, das ist nicht typisch deutsch, aber ist das typisch Multikulti? Auf jeden Fall ist es typisch Kolibri.

 

10.30 Uhr: Es geht zurück an den Schreibtisch. Während der Arbeit an den unterschiedlichen Projekten kommt es uns immer wieder zugute, dass wir intern so viele Sprachen und Kulturen abdecken können. Für Übersetzungen und internationale Content-Projekte liegt der Vorteil auf der Hand, aber auch andere Projekte fruchten in der Internationalität: Denn wenn Mitarbeiter aus unterschiedlichen Nationen einen Blick auf das Projekt werfen, prallen diverse Vorgehensweisen aufeinander: Während der Amerikaner sich schnell in Erläuterungen und Ausführungen verliert, sagt der Russe einfach „Das finde ich besser“; während die Deutschen alles hinterfragen und kritisieren, werfen Südeuropäer vielleicht eher noch einen emotionalen Blick auf das Ganze. Das Ergebnis funktioniert dann für alle.

 

11.38 Uhr: Ja, ich hatte mal Englisch als Leistungskurs. Und den Anfang von Macbeth kann ich auch immer noch auswendig („When shall we three meet again …“) – aber mich mit meinem englischsprachigen Kollegen zu unterhalten, ist mir zu Beginn ziemlich schwergefallen. Die Schulzeit ist ja auch schon einige Jahre her. Wenn ich jetzt mit ihm gemeinsam ein Projekt umsetze, können wir uns gut verständigen. Zumindest dann, wenn ich mich traue, den Mund aufzumachen. Den Sprachkurs gibt es bei Kolibri Online also kostenlos.

 

12.30 Uhr: So langsam macht sich Unruhe in allen Abteilungen breit. Die Mägen knurren. Nach und nach treffen sich die Kolibris zum Mittagessen im Konferenzraum. Dabei offenbaren sich landestypische Eigenheiten beim Essen ganz besonders: Während einige Deutsche alle neuesten Foodtrends mitmachen und von Superfoods gar nicht genug bekommen können, essen andere Deutsche Kartoffeln oder Brot. Schon sehr klischeehaft. Ebenso stereotyp ist die Wahl des Franzosen, dessen Salatrezepte eher an Haute Cuisine als an fades Grünzeug erinnern. Ein weiteres Vorurteil, das sich bewahrheitet: Der Amerikaner macht sich zum Mittagessen mal eben eine Tüte Chips auf. Das eigentlich Schlimme daran: Er ist nicht mal annähernd dick (Neid!) … Besondere Aufmerksamkeit erzielen jedoch oft die Dänen. Oder wo sonst isst man Spaghetti Bolognese mit kleingeschnittenem Apfel darauf?

 

13.12 Uhr: Nachdem alle satt sind und der Kopf wieder frei ist, bleibt Zeit, sich über Privates zu unterhalten. Hier kann man noch mal richtig abschalten, bevor es zurück an die Arbeit geht. Sich über die sprachlichen und kulturellen Unterschiede auszutauschen, passiert da ganz automatisch. Da wird herzlich gelacht über landestypische Bräuche (warum bringt in Frankreich eine fliegende Glocke zu Ostern die Süßigkeiten?), aber auch diskutiert. Über das, was in der Welt schiefläuft, über Politik und Kultur, über Sport und Freizeitgestaltung. Ganz nebenbei bekommt man Einblick in andere Sicht- und Denkweisen. Es ist naheliegend, das auf die unterschiedlichen Hintergründe zu schieben, aber wahrscheinlich auch zu kurz gedacht. Wären die Meinungen vielleicht ebenso unterschiedlich, wenn wir alle aus dem gleichen Land stammen würden?

 

15.12 Uhr: Alle sitzen konzentriert an ihrer Arbeit. Doch plötzlich macht sich Empörung breit. Während die dänische Geschäftsführung einer Mitarbeiterin in der gemeinsamen Muttersprache erklärt, welche Änderungen in einem Dokument durchgeführt werden müssen, ist der Franzose aufgebracht. „Wieso redet ihr über mich auf Dänisch? Verratet mir wenigstens, was los ist!“ Schallendes Gelächter bei den Dänen. Der dänische Begriff für Änderungen ist „ændringer“ – und das klingt nun mal genauso wie der Nachname des französischen Kollegen. Die Sprachvielfalt kann also durchaus auch mal zu Missverständnissen führen. Glücklicherweise klären sich solche Situationen aber in Windeseile auf – und sorgen so für viele heitere Momente und nette Anekdoten, die immer wieder gerne erzählt werden.

 

16.23 Uhr: Im Büroflur wird es laut. Wenn Spanier und Italiener sich beim Kaffeemachen treffen, bleibt das wohl nicht aus. Kommen dann noch Dänen, Deutsche und Amerikaner dazu, ist das Chaos perfekt. Es ist ein Wunder, dass die Kommunikation intern so reibungslos verläuft, denn nicht selten hört man drei Sprachen gleichzeitig. Das kann schon mal anstrengend sein – aber da sind wir ja alle Profis. Schließlich ist Kommunikation in jeglicher Form unser daily business.

 

18 Uhr: Das Büro ist jetzt ziemlich leer. Diejenigen, die früh gekommen sind, haben sich schon in den wohlverdienten Feierabend verabschiedet. Während einige die Freizeit mit Sport verbringen, genießen andere den Abend vor dem Fernseher. Das liegt aber wahrscheinlich weniger am Herkunftsland, sondern am individuellen Faulheitsgrad.

 

Ein Plädoyer für Multikulti im Büro

 

Wir sind ein bunter Haufen. Internationalität und Sprachvielfalt sind sicherlich nicht immer einfach und können auch mal ganz schön anstrengend werden. Sie sind aber auch ein entscheidender Vorteil – privat und im Business. Als Content-Marketing-Agentur geht es darum, Kunden bei ihrer strategischen Ausrichtung zu helfen. Internationale Mitarbeiter bringen unterschiedliche Markt- und Sprachkenntnisse mit – und sorgen so dafür, dass die unmittelbare Kommunikation zwischen Kunde, Produkt und Zielgruppe funktioniert. Im Grunde ist es wie beim Fußball: Wenn das schnelle Tiki-Taka-Spiel der Spanier mit dem unermüdlichen Einsatz der Engländer, der Leidenschaft der Brasilianer und dem Torwart der Deutschen kombiniert wird, kann die Mannschaft gar nicht mehr verlieren. Jeder legt seinen Fokus etwas anders, bringt etwas Neues ein: Mehr Kreativität, mehr Mut, mehr Klarheit, mehr Stringenz. Wenn alle das gleiche Ziel vor Augen haben, entwickelt sich durch die kulturelle Vielfalt fast von alleine ein großartiges Ergebnis.

 

 

„Es ist idiotisch, sieben oder acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann.“ (Mark Twain) Irgendwann versuche ich es trotzdem einmal.

Judith

"Es ist idiotisch, sieben oder acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann." (Mark Twain) Irgendwann versuche ich es trotzdem einmal.