Big Data: Sind Datenanalysen die Zukunft der Unternehmen?

Statistisch vs. empirisch:

Welchen Einfluss hat Big Data auf unternehmerische Entscheidungen?

 

Wann immer es um die Zukunft der IT-Branche geht, fällt das Zauberwort Big Data. Und nicht nur dort: In allen Bereichen der Business Intelligence macht man sich mittlerweile Gedanken um den Nutzen und die Herausforderungen von Big Data. So groß der Hype derzeit auch ist, eine kurzlebige Modeerscheinung ist Big Data eher nicht: Das enorme Datenvolumen, das wir mithilfe der digitalen Medien generieren, wird so schnell nicht zurückgegen. Damit gewinnt auch die Erfassung und Auswertung dieser Daten weiter an Bedeutung. Werden Geschäftsentscheidungen und -aufgaben also künftig stärker von Datenanalysen beeinflusst werden als von Erfahrung und Intuition?

 

Big Data – was heißt das überhaupt?

 

Wie für viele IT-Trends gibt es auch für Big Data keine offizielle Definition. Grundsätzlich sind mit Big Data alle Datensammlungen gemeint, deren Größe und Potenzial das der konventionellen IT übersteigen. Dazu zählen z. B.:

  • Kundendaten
  • Daten aus Social Media
  • Daten aus Onlinekampagnen und/oder -umfragen
  • Offline-Daten
  • Daten von Webanalyse-Tools
  • Secondary- und Third-Party-Daten (von externen Anbietern erworbene Kundendaten)

 

„Potenzial“ haben diese Datensätze vor allem deshalb, weil sie viel über die Vorlieben und Ansprüche von Menschen aussagen. Den weitaus größten Anteil an Big Data haben heute natürlich die Daten, die über die digitalen Medien generiert werden. Seit Jahren steigt das Datenvolumen weltweit kontinuierlich an. Eine herkömmliche Unternehmens-IT kann diese Datenmengen weder vollständig sammeln noch verarbeiten, da es sich um sogenannte polystrukturierte Daten in vielen unterschiedlichen Formaten handelt. Die Erfassung und Analyse der – potenziell wertvollen – Big Data ist daher nur mit spezieller Software möglich. Im Rahmen der sogenannten Business Intelligence liefern diese groß angelegten Datenanalysen Unternehmen eine statistische Grundlage für ihre Entscheidungen.

Mehr als 60 % der Unternehmen nutzen heute Big Data für ihre Geschäftsentscheidungen – und viele bauen ihre Analysekompetenzen kontinuierlich aus.

(Quelle: GE Innovation Barometer 2016 – Summary (http://www.gereports.com/innovation-barometer-2016/)

 

Praxisbeispiele: Wie lässt sich Big Data einsetzen, um Aufgaben zu definieren?

 

Beispiel Dienstleistungsbereich: Eine Bank sammelt und analysiert die vollständigen Datensätze ihrer Kunden und erhält daraus Informationen zu ihrer allgemeinen Lebenssituation, ihren Plänen und Prioritäten. So kann die Bank jedem Kunden maßgeschneiderte Konzepte anbieten und ist damit klar im Vorteil gegenüber den Wettbewerbern.

 

Beispiel Einzelhandel/Versandhandel: Ein Einzelhandelsunternehmen lässt nicht nur die Onlinekäufe bewerten, sondern fordert auch bei Retouren jeweils einen Grund für die Rücksendung. So kann es sein Sortiment besser auf die Kundenwünsche ausrichten und Retouren minimieren.

 

Beispiel Produktion: Die Daten computergesteuerter Produktionsanlagen werden gesammelt und ausgewertet, um z. B. herauszufinden, wann die Maschinen am effizientesten arbeiten, wo die häufigsten Fehler auftreten oder wie man die verschiedenen Maschinen miteinander takten muss, um Produktionsunterbrechungen zu vermeiden.

Wo früher menschlicher Geschäftssinn und „Erfahrungswerte“ maßgeblich waren, werden die Prozesse heute zunehmend von Statistiken bestimmt. Werden Produktionsleiter und Geschäftsführer also bald durch hoch spezialisierte Software ersetzt werden?

Mit Big-Data-Analysen die Geschäftsziele schneller erreichen? Nur, wenn die nötigen Kompetenzen vorhanden sind.

Big data analysis and the future of business

Rapide wachsendes Bewusstsein für Big Data: Die Zahl der deutschen Unternehmen, die Big Data als entscheidend für ihren Geschäftserfolg ansehen, hat sich in nur einem Jahr nahezu verdoppelt. (Quelle: GE Innovation Barometer 2016 – Summary (http://www.gereports.com/innovation-barometer-2016/)

 

Werden strategische Geschäftsaufgaben künftig von Big Data diktiert werden?

Big Data und die menschlichen Erfahrung haben vielleicht mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick vermutet:

  1. Sie sind nicht einfach da, sondern müssen gesammelt werden.
  2. Hat man sie, müssen sie korrekt eingesetzt werden, um daraus erfolgversprechende Entscheidungen abzuleiten.

Mit der richtigen Software lassen sich ungeheure Datenmengen sammeln, in kürzester Zeit abrufen, sortieren und auswerten. Unzweifelhaft ist Big Data im Zeitalter der digitalen Medien unverzichtbar für breit angelegte Datenanalysen und Statistiken. Dennoch müssen die Ergebnisse einer solchen Analyse immer auch in den jeweiligen Kontext gestellt werden, mal ganz abgesehen von der Entscheidung, welche Daten überhaupt relevant sind. Hier befindet sich die Schnittstelle von Big Data und menschlicher Intelligenz – dort, wo mathematische Werte durch Geschäftserfahrung und „Intuition“ die richtigen Relationen bekommen.

Big Data ist daher weder eine Art „Zauberformel“ für den geschäftlichen Erfolg, noch wird sie in absehbarer Zeit menschliche Entscheidungen vollständig ersetzen. Vielmehr ist es das Zusammenspiel aus statistischen und empirischen Informationen, das Erfolg verspricht.

Einen personellen Wandel könnte dies dennoch mit sich bringen, wenn auch nicht auf Management-Ebene: Längst liefern sich große Unternehmen ein Rennen um fähige Data Scientists – IT-Spezialisten, die nicht nur die technischen Kenntnisse für die Datenanalyse haben, sondern sie auch auf das jeweilige Unternehmen und seine Eigenschaften anwenden können.

 

 

Richtig ein- und umgesetzt, liefert Big Data entscheidende Impulse für strategische Geschäftsentscheidungen – und damit den Wettbewerbsvorteil, auf den jedes Unternehmen hofft.

 

 

Würde am liebsten alles machen, aber nach Stationen beim Film und in der Küche hat sie sich fürs Schreiben bei Kolibri Online entschieden. Hantiert gleichermaßen gern mit Wörtern, Werkzeugen und Gartengeräten und mag alles, was mit Bewegung zu tun hat.

Kerstin Uhing

Würde am liebsten alles machen, aber nach Stationen beim Film und in der Küche hat sie sich fürs Schreiben bei Kolibri Online entschieden. Hantiert gleichermaßen gern mit Wörtern, Werkzeugen und Gartengeräten und mag alles, was mit Bewegung zu tun hat.