Kolibri und PIUs aus Dänemark – eine besondere Beziehung

Freunde von Kolibri sowie aufmerksame Leser unseres Blogs wissen: Kolibri Online ist eine internationale Content-Marketing-Agentur. Aber bei aller Internationalität sind die dänischen Einflüsse unverkennbar – vom fröhlichen „Hej!“ zur Begrüßung über Lakritz in der Küche bis zum schallenden Gelächter im Konferenzraum: Hygge ist allgegenwärtig. Kein Wunder also, dass sich zu unserem festen Team zeitweilig immer wieder Kolibris aus Dänemark gesellen. Beste Beispiele: Trine und Christian.

 

PIU – Praktikum im Ausland

Trine und Christian machen bei Kolibri Online ein Auslandspraktikum, das Teil der beruflichen Ausbildung in Dänemark ist, kurz PIU genannt. Dieses PIU-Programm wird von den Wirtschaftsschulen in Dänemark getragen und vermittelt jährlich etwa 150 Wirtschaftsabiturienten oder entsprechende Berufsschulabsolventen ins Ausland und insbesondere nach Deutschland. Das PIU-Auslandspraktikum dauert meist 12 Monate und wird mit Online-Seminaren begleitet. Da die PIU-Teilnehmer in der Regel einen Abschluss an einer höheren Wirtschaftsschule mitbringen, verfügen sie nicht nur über gute Sprachkenntnisse in Englisch und Deutsch, sondern auch über erweiterte Kenntnisse in den Bereichen Marketing und BWL. Das PIU-Programm bietet deutschen Arbeitgebern „die Möglichkeit, eine/n hochmotivierte(n), und tüchtige(n) Praktikantin/en aus Dänemark einzustellen.
Können wir nur bestätigen – Trine und Christian haben sich neben ihren ganzen Fernkursen und Seminaren ziemlich gut in unser Team integriert. Trine hat nach einem Jahr Praktikum sogar verlängert und arbeitet jetzt als Junior-Projektmanagerin. Aber leider nicht mehr lange. Denn im Sommer werden die beiden Kolibris sozusagen flügge und ziehen weiter. Höchste Zeit also, sich vorher noch einmal zusammenzusetzen, Lakritzkonfekt zu essen und zu fragen, wie es bei Kolibri so war und wohin die Reise gehen soll.

 

Zwei Kolibris werden flügge – aber was nehmen sie mit?
Interview mit Trine und Christian, unseren dänischen PIUs

 

 

Das PIU-Programm vermittelt Wirtschaftsabiturienten nach Deutschland. Wie genau war der Ablauf im Auswahlverfahren?
Christian: „Wenn du am PIU-Programm teilnehmen willst, musst du dich zunächst bei deiner Wirtschaftsschule bewerben und von dort empfohlen werden. Dann wirst du im PIU-Büro interviewt, das ist ähnlich wie ein Vorstellungsgespräch. Anschließend schickt das PIU-Büro deine Bewerbung an Unternehmen, die zu dir und deinen Vorstellungen passen. Ich wurde dann zu vier Vorstellungsgesprächen nach Berlin, Hamburg und Kiel eingeladen. Nach den Treffen konnte ich dann priorisieren, welche Unternehmen mir am liebsten wären.“

Und da hast du dich für Kolibri entschieden?
Christian: „Genau. Nach dem Gespräch mit Tine und Alaitz hatte ich gleich ein gutes Gefühl. Das war mir wichtig. Und ich fand es gut, dass das Team von Kolibri so international ist. Und es war auch gleich klar, dass wir bei Kolibri nicht nur Kaffee kochen sollen.“
Trine: „Wir sind hier auch nie als kleine Praktikanten behandelt worden. Was wir sagen, wird gehört und ernstgenommen. Unsere Meinung war immer gefragt und wir konnten unsere Aufgaben in Teilen auch selbst mitgestalten.“

Was genau habt ihr denn bei Kolibri so gemacht?
Trine: „Wir unterstützen vor allem die Projektmanager im Bereich Übersetzungen, indem wir alles Notwendige mit den Übersetzern und Korrekturlesern organisieren, Angebote schreiben oder auch Finalisierungen von Dänisch oder Norwegisch übernehmen. Und wir haben viel über Qualitätsmanagement im Übersetzungsprozess und den Umgang mit CAT-Tools gelernt. Aber da ich gerne schreibe und recherchiere habe ich auch das Content-Team unterstützt und beispielsweise Texte zu dänischen Destinationen geschrieben oder an einem Blogbeitrag zu Politik und Content Marketing gearbeitet.“
Christian: „Ich habe neben dem Qualitäts- und Projektmanagement im Übersetzungsteam auch Wettbewerbsanalysen und Recherchen durchgeführt, beispielsweise zu Content Marketing in Dänemark oder zu wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA.“

Und nach Feierabend habt ihr dann noch Fernkurse und Seminare absolviert?
Trine: „Genau. Ich habe noch Statistik, Wirtschaftsökonomie und Internationale Ökonomie an der Copenhagen Business School belegt.“
Christian: „Ich habe am 6. Juni meine letzte Prüfung an der Aalborg Handelsskole. Aber nicht dort vor Ort, sondern als Online-Prüfung.“

Habt ihr von den Erfahrungen bei Kolibri bereits profitiert?
Christian: „Hier konnten wir sehen, wie sich die Theorie in die Praxis übertragen lässt – oder eben auch nicht. Meine Abschlussarbeit habe ich zur Optimierung von Arbeitsprozessen geschrieben, dazu habe ich mich viel mit Alaitz und Tine ausgetauscht. Da war es gut, in einer Agentur zu arbeiten, wo es Pläne und Ziele für die Zukunft gibt und wo Entwicklungen stattfinden.“
Trine: „Ich konnte z.B. meinen Beitrag für den Kolibri Blog für meine Bewerbung fürs Studium nutzen.“

Konntet ihr Arbeit und Ausbildung zeitlich gut unter einen Hut bringen?
Trine: „Die flexiblen Arbeitszeiten bei Kolibri waren hilfreich, um auch noch Zeit für die Kurse zu finden.“

Aber viel Freizeit hattet ihr dann ja wahrscheinlich nicht, oder?
Trine: „Zeit für ein soziales Leben muss immer sein! Aber manchmal musste man Freunden auch mal absagen.“
Christian: „Genau. Aber wenn es mal wieder regnet, kann man sagen: heute wird gelernt!“

Und Regen kommt in Hamburg ja bekanntlich öfter vor. Habt ihr denn Hamburg auch ein wenig kennengelernt? Was ist euch hier denn so aufgefallen?
Trine: „Ich habe Hamburg vor allem bei der Wohnungssuche kennengelernt. Es ist so schwer hier eine Wohnung zu finden. Vor allem, wenn du noch nicht so viel verdienst und deine Eltern, da sie in Dänemark leben, keine Schufa-Auskunft vorweisen können. Und bei allen Wohnungsbesichtigungen sind so viele Leute!“
Christian: „Das stimmt. Ich war auch bei ganz vielen Wohnungsbesichtigungen. Aber die meisten nehmen lieber junge Familien. Ohne AirBnB wäre ich aufgeschmissen.“
Trine: „Ich hatte am Ende noch Glück: Nach einer Woche bei einem anderen PIU in Farmsen habe ich in einer WG in Eimsbüttel gewohnt, allerdings fünf Wochen ohne warmes Wasser. Dann habe ich tatsächlich eine Wohnung in Altona gefunden! Mein jetziger Vermieter hatte wahrscheinlich Mitleid mit mir. Jetzt kann ich immer mit dem Fahrrad ins Büro kommen – das ist mir als Dänin total wichtig: Fahrrad fahren!“

Habt ihr in Hamburg auch besondere Lieblingsplätze gefunden?
Trine: „Ich liebe den Elbstrand und den Altonaer Balkon! Da gehe ich morgens immer joggen, das ist toll!“

Christian: „Ich mag die Schanze und Eimsbüttel. Die Alster ist schön zum Spazierengehen oder Rad fahren. Und meine liebste Parkanlage ist Planten un Blomen.“

Wasserlichtkonzert in Planten un Blomen in Hamburg. Foto: Christian Arndt
Wasserlichtkonzert in Planten un Blomen in Hamburg. Foto: Christian Arndt

 

Kaum zu glauben, dass ihr im Juli schon weiterziehen werdet. Was ist denn genau das Ziel?
Trine: „Ich werde hoffentlich ab dem nächsten Semester Politikwissenschaften in Kopenhagen studieren. Aber das erfahre ich erst am 28. Juli.“
Christian: „Ich will „International Business & Politics“ an der Copenhagen Business School studieren. Damit werde ich wohl die nächsten fünf Jahre beschäftigt sein.“

Was nehmt ihr von eurer Zeit bei Kolibri mit nach Dänemark?
Christian: „Hmm… ich würde sagen viele Erfahrungen – sowohl persönlich als Mensch und auch an Arbeitserfahrung. Ich habe viel gelernt, auch wie man in einem Team arbeitet, insbesondere in einem Team mit vielen verschiedenen Kulturen und Sprachen. Dazu hat man natürlich viele Kontakte aufgebaut und sogar Freunde gefunden. Insgesamt nehme ich eine große und positive Entwicklung mit, sowohl privat als auch beruflich.“
Trine: „Dem kann ich nur zustimmen. Und Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Und meine Deutschkenntnisse haben sich enorm verbessert!“

Warum gibt es im Deutschen keine passende Übersetzung für „wordsmith“? Unless someone offers any suggestions, I’ll stick to an English profile: Hi, I am a wordsmith – or at least I want to be one.

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Anton

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