STRG.: Kreatives Social-Media-Marketing aus Hamburg

Auf der Suche nach den neuesten Trends aus Social Media? Wie wäre es beispielsweise mit Digitalen Maschinen? Aber was sind Digitale Maschinen überhaupt? Und was hat ein Wodka pissendes Manneken mit Social-Media-Marketing zu tun? Robert Kirsch von STRG. hat uns im Interview zwar keinen Wodka, aber dafür zahlreiche Infos und Insights rund um Social-Media- und Influencer-Marketing eingeschenkt.

 

Robert Kirsch von STRG. im Interview mit Astarte Buono von Kolibri.Online
Robert Kirsch von STRG.

 

Auf der Website von STRG. steht „Sind wir nun Kreativagentur, Digitalagentur, Social Media Agentur oder Start-up? Wir sind alles und letztlich doch nichts davon. Wir überwinden Grenzen und hassen Schubladen. Wir lieben gute Arbeit.“ Prinzipiell eine gute Einstellung. Aber was sollen wir uns unter einer Kreativ-Digital-Social-Media-Start-up-oder-gar-nichts-von-alledem-Agentur nun genau vorstellen?

 

Robert: „Von der Haltung her sind wir eine Kreativagentur. Das bedeutet aber nicht, dass wir nur von Ideen leben. Wir gehen komplett offen an eine Aufgabe ran, ohne eine Lösung nach Schema A, B oder C im Hinterkopf zu haben. Am Anfang steht aber immer eine Analyse: Also Aufgabe oder Problem genau anschauen, danach erst überlegen, ob die Lösung eher Social, Digital oder Event bedeutet. Ohne Analyse keine Kreativität.“

 

Auch wenn ihr der Schublade entwachsen seid, gestartet seid ihr als Social-Media-Agentur. Was zeichnet in euren Augen eine gute Social-Media-Agentur aus? Worauf sollten Kunden bei der Agentursuche achten?

 

Robert: „Generell sollte eine kreative Agentur natürlich agil unterwegs sein und eine große Neugierde auf alle neuen Plattformen, Kanäle und Tools haben. Wichtig sind stark integrierte Teams, alle Gewerke sitzen und arbeiten zusammen. Macht die Agentur transparent, wie und wo sie ihren Content produziert oder produzieren lässt? Wir haben beispielsweise unsere eigene Grafik, ein Fotostudio und Bewegtbild-Kompetenz im Haus, sodass wir visuellen Content möglichst selbst produzieren, und kaum auf Stock zurückgreifen müssen. Eine gute Agentur sollte aber nicht nur über Content-Kompetenz verfügen, sondern muss sich auch an harten Zahlen messen lassen. Ohne fundierte Analyse und belastbare KPIs gibt es keine Kreativität. “

 

 

Jetzt wissen wir, was eine gute Social-Media-Agentur ausmacht. Aber was macht denn eine gute Social-Media-Kampagne aus?

 

Robert: „In einer guten Kampagne greifen die verschiedenen Kanäle so perfekt ineinander, dass sie den Nutzer direkt zum Ziel führen. Stichwort: durchdachte Customer Journey. Optimalerweise bringt eine gelungene Kampagne owned und earned content perfekt zusammen. Funktioniert die Kampagne, bringt sie auch messbare Ergebnisse.“

 

Könnt ihr uns ein Beispiel aus eurer Praxis vorstellen, wo die Analyse die Entwicklung einer Kampagne entscheidend beeinflusst hat?

 

Robert: „Ein gutes Beispiel ist der Kamera-Drohnen-Hersteller Yuneec. Hier bestand zunächst die Annahme, dass der potentielle Kunde vor allem technikbegeistert und männlich sei. Das haben wir hinterfragt und über Facebook Media-Kampagnen unterschiedliche Cluster erstellt, um die Zielgruppe zu verifizieren. Dabei kam heraus, dass das Potential von Frauen als Zielgruppe nicht zu unterschätzen ist. Hier hat die Zielgruppenanalyse die Idee und die spätere Kampagne bestimmt.”

 

 

Das setzt aber auch voraus, dass ein Kunde euch den entsprechenden Rahmen und das nötige Vertrauen entgegen bringt. Ist das immer so?

 

Robert: „Schön wäre es! Natürlich spielt immer auch das Budget eine Rolle. Aber viel wichtiger ist die Aufgeschlossenheit eines Unternehmens. Leider wird hier noch oft ein überholtes Content-Verständnis deutlich, so nach dem Motto: ‚Hier hast Du unser Markenbild und unser CI, mach‘ da mal ein paar Postings draus!‘ Aber so funktioniert Social Media nun mal nicht.“

 

Was wir jetzt fragen, ist dir klar oder? Also: Wie funktioniert denn dann Social Media?

 

Robert: „Soziale Medien sind viel schneller als Redaktionspläne oder lange Feedback-Schleifen. Wenn ein aktuelles Posting oder sogar ein Kommentar erst durch alle Unternehmenshierarchien laufen soll, funktioniert das nicht. Darum ist es im Social-Media-Marketing umso wichtiger, dass eine klare Strategie verfolgt wird, hinter der alle Beteiligten stehen können. Nur so sind Authentizität, gutes Timing und kurze Reaktionszeiten möglich.”

 

Welche Fehler sollten Unternehmen in den Sozialen Medien unter allen Umständen vermeiden, beispielsweise im Umgang mit einem Shitstorm?

 

Robert: „Ein Shitstorm ist natürlich das worst case scenario und sollte möglichst von vorneherein vermieden werden. Aber die Angst vor einem Shitstorm wird auch oft übertrieben. Idealerweise baut sich ein Unternehmen eine funktionierende und loyale Fanbase auf, sodass negative Kommentare selbstständig von der Community beantwortet werden. Ansonsten sollte mit Kritik immer souverän umgegangen werden. Natürlich wäre es schöner, wenn es sich um konstruktive Kritik handelt. schließlich braucht jedes Unternehmen auch Feedback, um sich verbessern zu können. Da ist das Potential im Netz enorm.”

 

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„Der Mensch lebt nicht von Facebook allein”

 

Das Leistungsportfolio von STRG. beinhaltet auch den Punkt „Digitale Maschinen“. Was ist denn darunter zu verstehen?

 

Robert: „Digitale Maschinen bringen online mit offline Welten smart zusammen. Denn am Ende sind wir soziale Wesen und keine virtuellen, daher gibt es immer auch ein Bedürfnis nach etwas Haptischem, das berührt und berührt werden kann – der Mensch lebt ja nicht von Facebook allein. Digitale Maschinen sind optimal für Marken mit Touchpoint in der realen Welt, z.B. am POS oder bei Events.“

 

Kannst Du mal eine Digitale Maschine beschreiben?

 

„Ein gutes Beispiel ist die TweetDisco: Eine klassische Jukebox ist über API an Twitter angedockt. Sie wird per Twitter über Sharing und Hashtags bedient. Aber die TweetDisco funktioniert nicht nur one way, sondern kommuniziert auch mit dir, indem du per Tweet informiert wirst, wann der Song gespielt wird und wann du auf die Tanzfläche gehen solltest. Auf einer Microsite werden immer die aktuelle Playlist, die meist gewünschten Songs und die Usernamen angezeigt. So kann die Party auch später noch nachhallen.“

 

 

„Viel Spaß hatten wir auch mit dem BadPisser, der bei der Social Movie Night in Berlin bei der Aftershow-Party vom Film „Bad Neighbors 2“ zum Einsatz kam: Dabei handelt es sich um einen Brunnen mit einem Manneken Piss in der Mitte. Anstatt Wasser pisst der BadPisser aber Wodka. Jeder, der ein Foto mit dem Hashtag #BadPisser auf Instagram gepostet hat, bekam einen Shot Wodka for free – automatisch aus dem BadPisser. Das hat allen Beteiligten Spaß gemacht und der Vorteil war, dass bei diesem Event auch viele Influencer unterwegs waren, sodass die Aktion eine große Reichweite erzielt hat.“

 

 

Das Stichwort Influencer spielt bei der Arbeit von STRG. ohnehin eine große Rolle, was auch euer regelmäßige Inluencer Report zeigt, den ihr auf eurer Homepage präsentiert. Kannst du uns noch ein paar Insights zu Influencer-Relations bieten?

 

Robert: „Klar kann ich, gerne sogar – wieviel Zeit habt ihr?“

 

Da in der schnelllebigen Welt von Social Media Zeit und Aufmerksam bekanntlich knapp sind, widmen wir dem Thema Influencer-Relations ein eigenes Blogpost: Hier könnt ihr lesen, was Robert von STRG. über Influencer-Relations zu berichten hat.

 

Astarte Buono