Social Media Week in Hamburg

Die Social Media Week in Hamburg hat sich längst zu einem Magneten für Marketing-Agenturen, Unternehmen und Social-Media-Nerds entwickelt. Auch in diesem Jahr zog es wieder gut 3000 Besucher auf die Digitalkonferenz, die vom 28. Februar bis zum 2. März unter dem Motto #closer2018 – Community vs. Individualismus stattgefunden hat. Und da Stillstand in der digitalen Welt keine Option ist, zeigt sich auch die Social Media Week 2018 mit Neuerungen: So ist die Teilnahme erstmals kostenpflichtig  49 Euro für ein Standard-Ticket und 249 Euro für ein Premium-Ticket inklusive Masterclasses und Workshops. Dafür wird den Besuchern auch einiges geboten: Über 100 Veranstaltungen in drei Tagen, gut 150 Speaker. Eine weitere Veränderung: In den letzten Jahren waren die einzelnen Veranstaltungen der SMWHH immer auf verschiedene Locations über die ganze Stadt verteilt. Dieses Jahr lagen alle Veranstaltungsorte dicht beieinander im Altonaer Museum und im Audimax der University of Applied Sciences Europe im Gebäudekomplex bahn_hoefe ottensen für uns Kolibris aus der Bernstorffstraße nur ein Katzensprung. Unsere Eindrücke und eine Antwort auf die Frage, für wen sich die Social Media Week lohnt, haben wir hier für euch zusammengefasst.

 

Digitale Trends und Innovationen auf der SMWHH2018

Die Digitalisierung verändert unsere Kommunikation, unser Verhalten – und damit unser komplettes Leben. Digital und analog sind kaum noch zu trennen. Das zeigt sich auch bei den gut 100 Events der SMWHH: Virtual Reality, AI (Augmented Intelligence) und Chatbots, um nur einige zu nennen. Und natürlich die Sprachsuche, die Dank Alexa, Siri, Cortana und Co. in aller Munde ist, sodass Voice-Marketing und -SEO zu den aktuell heiß diskutierten Themen zählen. Neben Vorträgen, Diskussionspanels und Workshops konnte man auch einen Flugsimulator und eine Virtual-Reality-Brille testen oder sich vor einer interaktiven Social Wall vergnügen.

Trends in Sozialen Medien und Onlinemarketing auf der SMWHH
Viele dieser digitalen Möglichkeiten spielen im Alltag von Unternehmen mit überschaubarem Marketing-Budget noch keine allzu große Rolle. Aber diese digitalen Trends zeigen, wie sich die technischen Möglichkeiten weiterentwickeln und geben ein Gefühl dafür, was in Zukunft möglich sein könnte oder was bereits möglich ist. Denn: Heute war gestern morgen. Soll heißen: Die Zukunft kommt auf jeden Fall. Also besser den Kopf freimachen, mit Neugier vorausschauen und den Blick schärfen. Und dafür lohnt sich der Besuch einer Digitalkonferenz wie der Social Media Week auf jeden Fall.

 

Content-Marketing-Cases mit WOW-Effekt und praktische Tipps

Die Social Media Week will „Erfahrungen aus erster Hand und Einblicke in innovative Ideen und Unternehmen“ vermitteln. Für Inspiration sorgen beeindruckende Content-Marketing-Cases bekannter Marken und großer Global Player, hinter denen offensichtlich nicht nur viel Kreativität und Know-how, sondern auch entsprechende personelle und technische Ressourcen stecken. Aber lernt man auch was über die optimale Nutzung digitaler Medien für das Eigenmarketing? Wer sucht, der findet in den Vorträgen und Workshops praktische Tipps zu Social-Media-Strategien und sinnvollen Marketingmaßnahmen, die auch mit einem begrenzten Budget umzusetzen sind – vom Erstellen einer Website über Suchmaschinenoptimierung bis hin zu Social-Media-Tipps für Facebook, Instagram, Twitter & Co..

 

SEO und Owned Media sind die Basics im Onlinemarketing

Innovative Formate oder groß angelegte Kampagnen mit gelungenem Storytelling sind beeindruckend. Aber auch auf der Social Media Week wird immer wieder deutlich: Vor der Kür kommt die Pflicht. Und die wird überraschend oft vernachlässigt. Dabei bieten Owned Media zahlreiche Möglichkeiten, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und Leads oder Kunden zu generieren. Daher der Tipp: Erstmal die eigene Website und die eigenen Kommunikationskanäle analysieren, entsprechend optimieren und alle Potentiale voll ausschöpfen.

Hier die wichtigsten Tipps und Fragen zu den Basics im Onlinemarketing:

  • Zielgruppen und Personas identifizieren: Wer sind meine potentiellen Kunden? Hier sollte nicht nur nach Alter, Geschlecht und Bildungshintergrund gefragt werden. Personas helfen, konkrete Vorstellungen der Kunden zu erhalten und so ein Gefühl für ihre Bedürfnisse zu entwickeln. Es geht ja nicht darum, was ich als Unternehmen gerne erzählen möchte, sondern um das, was meine Zielgruppe sucht und liest.

  • Suchmaschinenoptimierung: Ist meine Homepage so optimiert, dass sie zu sinnvollen Keywords gut rankt? Offpage- und Onpage-SEO der eigenen Website sind unverzichtbar, wenn man ohne großes Media-Budget in den Suchmaschinen auffindbar sein möchte.

  • Content mit Mehrwert: Biete ich Inhalte, die meiner Zielgruppe Mehrwert liefern? Idealerweise gibt guter Content hilfreiche Tipps, zeigt neue Lösungen und ist bestenfalls auch noch unterhaltsam. Ganz nach dem Motto: Benefits matter – features don’t!

  • Sinnvolle Social-Media-Kanäle identifizieren: Wo und wie erreiche ich meine Zielgruppe? Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und Snapchat haben jeweils ihre Besonderheiten. Auf der Social Media Week häufig diskutierte Themen: Der Algorithmus von Facebook macht es immer schwerer, jenseits von Facebook-Ads organische Reichweite zu erzielen. Instagram erlaubt bisher keine Links, sodass hier der Erfolg der Maßnahmen nur schwer messbar ist. Aber das kann sich schnell ändern – Instagram denkt nicht nur über Links nach, sondern auch über In-App-Shopping. Und noch ein Tipp: Berufliche Netzwerke wie Xing und LinkedIn werden oft unterschätzt. Die Plattformen bieten aber gute Möglichkeiten, wichtige Zielgruppen zu erreichen. Denn HR-Marketing wird für viele Unternehmen immer wichtiger.

  • Measurement: Messbarkeit ist ein großes Thema, auch auf der Social Media Week. Aber: Social-Media-Marketing sollte nicht nur anhand von KPIs (Key Performance Indicators) wie Reichweite und Klicks gemessen werden. Wichtig ist vor allem, dass Marketingmaßnahmen auf Nachhaltigkeit überprüft werden. 

  • Nachhaltigkeit: Je langlebiger Content ist, desto wahrscheinlicher amortisieren sich die Kosten. Websites und Corporate Blogs liegen hier immer noch vorn. Soziale Medien sorgen dann für Verbreitung und Reichweite.

 

Community oder Individualismus? Fazit zur Social Media Week

Unser Fazit zur SMWHH2018: Die Social Media Week bietet jedes Jahr eine Fülle neuer Inspirationen und praktischer Tipps sowie die Möglichkeit sich zu vernetzen und auszutauschen.

Unsere Empfehlung: Alle Panels auf den Hauptbühnen können auch auf YouTube als Livestream verfolgt werden. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn man es trotz geduldigem Schlangestehen nicht in eine der sehr gut besuchten Veranstaltungen geschafft hat – und das kam in diesem Jahr häufiger vor. Daher die Hoffnung für die nächste Social Media Week: Größere Räume.

Ein weiterer Trend in Richtung Digitalisierung: In diesem Jahr wurden die bisher üblichen Frage- und Diskussionsrunden im Anschluss an die Vorträge durch eine digitale Fragerunde über Hashtags abgelöst. Positiver Effekt: Der straff durchorganisierte Zeitplan wurde perfekt eingehalten und alle Interessierten hatten die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen. Schade: Die Möglichkeiten zum direkten Austausch und Kontakt haben sich dadurch deutlich verringert. Oder wie seht ihr das – lieber Face-to-face oder per Twitter diskutieren?

Wir freuen uns schon auf die achte Social Media Week 2019 in Hamburg und sind gespannt, welche Themen dann aktuell sind und welche Zukunftstrends sich durchsetzen. Aber bis dahin wollen wir natürlich nicht stillstehen:

Wer kennt ähnliche Veranstaltungen, Digitalkonferenzen oder Meet-ups in anderen Städten?
Wer hat gute Empfehlungen, Tipps und Anregungen rund um die Sozialen Netzwerke?

 

 

Wer die SMWHH2018 verpasst hat, kann das Programm der drei Hauptbühnen hier als Aufzeichnung nachverfolgen:

SMWHH aus dem Gallionsfigurensaal 28.02.2018

 

SMWHH aus der Geologie 28.02.2018

 

SMWHH aus dem Audimax 28.02.2018

 

SMWHH aus dem Audimax 1.3.2018

 

SMWHH aus dem Gallionsfigurensaal 2.3.2018

SMWHH aus der Geologie 2.3.2018

SMWHH aus dem Audimax 2.3.2018

 

Blick zurück nach vorn: Social Media Week 2017 in Hamburg

Kolibri zwischen Bots, Big Data & irgendwas mit digitaler Kommunikation

Facebook, WhatsApp, Twitter, Instagram, aber auch digitale Kommunikation via E-Mail, Skype oder SMS: Wie wichtig soziale Medien inzwischen sind, muss niemandem mehr klargemacht werden. Das wird auch bei der Social Media Week 2017 in Hamburg deutlich: Unter dem Motto „Language and the Machine – Sprache trifft Technologie: Algorithmen und die Zukunft der Kommunikation“ hat die SMWHH 150 Veranstaltungen rund um digitale Phänomene zusammengestellt – also eine nicht zu bewältigende Menge, selbst für schnell fliegende Kolibris. Zwischen InnovationsCampus der Handelskammer, Markthalle und Betahaus hin- und herfliegend haben wir von Big Data und Bots im Netz über SEO-Strategien bis zu Influencer- und Content-Marketing alles mitgenommen, was ging. Aber was ist bei all dem Input von der Social Media Week 2017 hängen geblieben?

 

Trends und Themen der Social Media Week

Erster Eindruck bei der Eröffnung der Social Media Week: Digital Professionals beschränken ihre Kommunikation anscheinend auf Soziale Medien – alle verschanzen sich hinter einem Display. Ob das für Diskussionen und einen lebhaften Austausch so konstruktiv ist? Bereits in der Eröffnungsrede von Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda klangen zahlreiche Themen und Fragen an, die auf der SMW2017 immer wieder thematisiert werden sollten: Immer mehr Menschen nutzen digitale Medien, gleichzeitig kommen immer weiterreichende technologische Neuerungen zum Einsatz. Neben den dadurch entstehenden Möglichkeiten werfen Big Data, Bots und Co. aber auch Fragen nach sozialen, ethischen und politischen Komponenten auf. Prominente Beispiele sind Fake News und Hatespeech in sozialen Netzwerken. Selbst in Vorträgen, in denen der thematische Fokus eher auf technischen Innovationen, Digital Entertainment oder Content-Marketing lag, tauchten immer wieder auch kritische Themen auf. Keine Überraschung: Auch auf der Social Media Week war Trump allseits präsent und dürfte wohl zu den am häufigsten aufgeführten Beispielen für die Bedeutung sozialer Medien zählen. Aber selbstverständlich ging es auf der Social Media Week vor allem um Fragen nach Entwicklungen, Trends und Innovationen – und wie Veränderungen der digitalen Kommunikation genutzt werden können.

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda eröffnet die Social Media Week 2017. Foto: Kolibri Online
Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda eröffnet die Social Media Week 2017. Foto: Kolibri Online

Information overload – was wir von der Social Media Week mitnehmen

Die Informations- und Reizüberflutung auf der Social Media Week hat vor allem bestätigt: Wir leben in einer immer komplexer werdenden Welt, in der digitale Medien eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Der digitale Markt ist dabei hart umkämpft. Wer sich hier behaupten will, muss nicht nur technische Innovationen, sondern auch das Verhalten der Nutzer und die User-Experience im Auge behalten. Big Data bietet hier zwar zahlreiche Möglichkeiten für ein verbessertes Zielgruppen- und Marktverständnis, aber gleichzeitig macht die Praxis deutlich, dass beispielsweise im Content-Marketing Erfolge nur schwer messbar sind. Umso größer ist daher die Sehnsucht nach Messbarkeit, klaren Zahlen und belastbaren Fakten, was die zahlreichen (und häufig enorm kostspieligen) Tools zeigen. Eine eindeutige Sprache sprechen die Zahlen, wenn es um Kosten für Paid Media, also bezahlte Werbung, geht: So werden beispielsweise Pay-per-Klick-Werbeanzeigen wie Google AdWords immer teurer. Umso wichtiger werden gut durchdachte Strategien im Bereich Suchmaschinenoptimierung und Content-Marketing. Aber auch hier ist der Wettkampf stark: Der Erfolg und die Reichweite von Owned Media, meist also die der Website und der Social-Media-Kanäle, ist abhängig von der Relevanz. Best-Practice-Beispiele zeigen: Nur wer relevanten Content bietet, kann auf Earned Media, also vom Nutzer generierte Werbung, hoffen. Interaktion ist daher auch ein wichtiges Stichwort, das auf der Social Media Week immer wieder fällt. Allerdings ist auffällig, dass die Interaktion und Kommunikation unter den Besuchern eher gering ausfällt – hier ziehen sich viele auf die digitale Kommunikation zurück und twittern lieber, anstatt zu diskutieren.

Benefits matter – spannender Content mit Mehrwert der SMW2017

Interessant war auch, wie unterschiedlich die jeweiligen Redner ihre Vorträge gestaltet haben: Während einige an den Frontalunterricht im Hörsaal der Uni erinnerten, bemühten sich die meisten Speaker um einen lockeren und unterhaltsamen Auftritt – selbstverständlich multimedial-untermalt mit bunten Info-Grafiken, witzigen Memes und Videos oder auch Real-Time-Voting. Wer einen kleinen Eindruck bekommen möchte, findet unter den Hashtags #SMW2017 und #SMWHH zahlreiche Fotos, Videos und Zitate. Viele Veranstaltungen wurden per Livestream übertragen und können auf livestream.com angesehen werden. Während die spannenderen Vorträge nach dem Motto „Sharing is Caring“ interessanten Content und Mehrwert für die Besucher geboten haben, merkte man anderen Auftritten an, dass es hier ausschließlich um Eigenmarketing ging. Dabei sollten gerade Content-Marketing-Spezialisten eigentlich wissen: Benefits sell, features don’t.